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Im Königreich der Meerjungfrau

Bericht über die Sonderausstellung im SEA LIFE Aquarium

Eingang ins Königreich

Fischfrau hinter Gittern

Schöne Gestaltung der Infotafeln

Der Clownfish in seiner Anemone

Nixenstatue im Aquarium der Fadenmakrelen

Meerjungfrau Jana

Besuchermagnet im SEA LIFE

Coralies Befreiung

Mystische Walddekoration

Die Nixen der Nibelungensage

Nixentasche

Zum Schutz der Fische

Kapitän Nemos Nautilus

Im Innern des U-Bootes

Tunnelblick

SEA LIFE Merchandising

Werbetafel im Foyer

Freundin der Fische

Die Sonderausstellung mit dem ansprechenden Titel startete am 2. April 2009 im SEA LIFE am Rhein. Ich schaffte es jedoch erst im Winter nach Königswinter ins "Königreich der Meerjungfrau". Die saisonal übliche Kleidung war gut geeignet für die teils kühlen Gänge im Großaquarium. Gleich zu Anfang sei erwähnt, dass der Schwerpunkt der märchenhaft klingenden Ausstellung auf dem Königreich und nicht auf der Meerjungfrau lag. Lediglich drei Nixen habe ich dort entdecken können. Keine davon aus Fleisch und Blut, obgleich das Aquarium dafür genügend Platz geboten hätte. Die erste Meerjungfrau war aus Polyresin und verzierte eine Werbetafel im Foyer. Die zweite hieß Coralie und war eine eigens für SEA LIFE erstellte Computeranimation, die automatisch startete, sobald jemand das "Königreich der Meerjungfrau" betrat.

Coralies Aufruf richtete sich vor allem an die kleinen Gäste und veranlasste dadurch auch die Jüngsten, ganz genau hinzuschauen, wenn sie an einem der 5 Aquarien der Sonderausstellung vorbeigingen. Die Tanks waren gefüllt mit bunten Tropenfischen und Seepferdchen. Daneben hingen jeweils prunkhaft umrahmte Infotafeln und die funkelnden Wände waren mit glitzernden Ornamenten aus Muscheln- und Seesternen verziert. Natürlich durfte unter den Bewohnern des Meerjungfrauenkönigreiches auch der beliebteste Fisch der Zielgruppe nicht fehlen: Der Weißbinden Glühkohlen Anemonenfisch aus dem Pixar Film "Findet Nemo".
 

Deutschlandpremiere

Im größten Aquarium des Königreiches fand sich die dritte Meerjungfrau: Eine Statue im Spotlight inmitten von drei fantastisch schimmernden Fadenmakrelen.

Anstelle der leblosen Dekorationsfigur begeisterte (erstmals) am 30. Juni 2009 eine lebendige Meerjungfrau die Besucher. Das blonde Mädchen im grünen Fischschwanzkostüm war eine Deutschlandpremiere. Nie zuvor hatte man hierzulande eine lebendige Meerjungfrau in einem öffentlichen Großaquarium bewundern können. Die 20-Jährige entpuppte sich als Besuchermagnet und tauchte an drei aufeinander folgenden Wochenenden im Fadenmakrelenbecken unter. Als ich das SEA LIFE Königswinter besuchte, war sie leider nicht mehr da. Neben ihrem ehemaligen Aufenthaltsort erwartete mich aber zumindest ein digitaler Ersatz: Der zweite Teil der interaktiven Meerjungfrauenanimation "Coralie". Ein riesiger Schlüssel musste gedreht werden, um die kleine Meerjungfrau aus ihrem Zimmer zu befreien. Zum letzten Mal zeigte sich die Nixe (leider immer nur bis zur Hüfte), dankte kurz und entschwand, um mit den bunten Fischen im Korallenriff zu spielen. Gerne wäre ich ihr gefolgt, doch die farbenfrohen Fische sind nicht ungefährlich.

 

Der freundliche SEA LIFE Besucherbetreuer und Diplom Biologe Darius verriet, weshalb der so harmlos erscheinende blau-gelbe Prionurus chrysurus den Namen Doktorfisch trägt. Die Bezeichnung geht auf die hornartigen Klingen zurück, die aus dem Fisch vor seiner Schwanzwurzel herausstechen. Sie sind scharf wie Skalpelle und können Menschen verletzen. Übrigens: Auch Dorie, aus dem Film "Findet Nemo", gehört zur Familie der Doktorfische und besitzt ein solches Skalpell.

Jedes SEA LIFE Aquarium hat sich in Gestaltung und Design einem Motto verschrieben, in dem die Fische präsentiert werden. In Königswinter führt man die Besucher durch eine Mythen- und Sagenwelt. Aufgrund der Rheinnähe beginnt der Rundgang mit der Nibelungensage und startet in einem stimmungsvollen Wald, mit Bäumen, plätscherndem Gebirgsbach und heimischen Süßwasserfischen. Die gläsernen Bassins gewähren einen guten Blick auf die Bewohner unserer Gewässer.
 

Rheinnixen

Bevor sich der Wald lichtete und ich in das "Königreich der Meerjungfrau" eintauchen konnte, fiel mir bereits nahe der Forellen eine Randbemerkung über Nixen ins Auge. Damit waren die drei Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde gemeint, die der Geschichte "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner entspringen.
 

Nixentaschen

Mit dem Verlassen des Unterwasser-Königreiches, betrat ich die Drachenhöhle. Auch hier ließ sich Nixenhaftes finden. Darius berichtete, dass die Eikapsel der Echten Rochen auch "Nixentasche" genannt wird. Wie eine solche in der Hand liegt und zu gebrauchen wäre, kann man gleich vor Ort ausprobieren, denn in der Drachenhöhle bietet das SEA LIFE ein "Berührbecken" an. Mit anderen Worten: Einen Unterwasser-Streichelzoo.

Wer bisher nur davon träumte, als Meerjungfrau die Gewässer unsicher zu machen, kann hier mit den Bewohnern auf Tuchfühlung gehen und einen ersten Eindruck gewinnen, was es heißt mit Seesternen, Schwämmen, Krebsen, Seeigeln und Anemonen zusammenzuleben. Nicht ganz so real sind die später folgenden haptischen Wahrnehmungen beim Hautvergleich von Aal, Hai und Wal. Die Böden der dunklen Tastlöcher, durch die ich mutig meine Hand hineinsteckte, sollen jedoch mit der Realität übereinstimmen und so lernte ich, dass sich ein Wal anfühlt wie Gummi, die Haut des Aals einer glatten Plastikoberfläche gleicht und die des Hais so rau ist, wie feines Schleifpapier.

Von der Drachenhöhle wagte ich mich weiter in die versunkene Mine des diebischen Zwergs Alberich. Dort zogen große Wrackfische und fast zwei Meter lange Meeraale gemeinsam mit zahlreichen Pollaks in aller Ruhe ihre Kreise, im Uhrzeigersinn um eine verwitterte Lore. Ein idyllisches Bild. Doch die Nixe, welche in dieses einladende Ambiente eingetaucht wäre, hätte im Wasser ihr meerblaues Wunder erlebt. Der Meeraal gehört nämlich zu den gefährlichsten Fischen im Königswinter SEA LIFE und ist ein beißwütiges Raubtier. So manche Futterzange säumt bereits den Boden des Beckens und dass die dort noch nicht wieder rausgeholt wurden hat seinen Grund.
 

Blindfische

Nicht grundlos sind übrigens auch die wiederholten Hinweise, nicht mit Blitz zu fotografieren. Die Pupillen der Fische können sich den wechselnde Lichtverhältnissen nicht anpassen und mangels Augenlider ist es ihnen unmöglich sich vor dem unnatürlichen Blitz zu schützen. Was die Ignoranz dieses Hinweises anrichten kann, sieht man im Aquarium der dunklen Mine. Nicht nur einer der Pollaks schwimmt dort bereits mit fehlendem Auge umher. Es ist kein Zufall, dass die Augenhöhle aller betroffenen Fischen nur auf der Seite leer steht, die zum Glas des Aquariums und somit zum fotografierenden Besucher zeigt. Erst werden die Fische durch den Blitz blind und schließlich stößt der Körper das tote Gewebe ab. Bitte bedenkt diese Wirkung und macht eure Erinnerungsfotos in Aquarien immer nur ohne Blitzlicht!

Lediglich einen Katzenhaisprung von Alberichs Mine entfernt, liegt die versunkene Stadt Atlantis, in der mich ein aufgeweckter Kraken zwischen bauchigen Amphoren mit offenen acht Armen empfing. Mit der Nautilus von Kapitän Nemo ging es weiter in die Tiefe. Durch das riesige, gewölbte Bullauge schienen die Fische zum Greifen nah. Innerhalb der U-Bootkulisse befindet sich die Hauptattraktion des rheinischen SEA LIFE Centers: Ein zehn Meter langer 360°-Acrylglastunnel, der einen mitten durch das Atlantikbecken führt. Einzigartig in Deutschland.

Mit der Legende des fliegenden Holländers wurde ich zurück an Land gebracht und von neugierigen Rochen sowohl empfangen, als auch verabschiedet. Denn das Hafenbecken ist das letzte Aquarium im SEA LIFE Königswinter. In meinem Abschlussfilm ist noch der skurril aussehenden Heilbutt zu sehen. Seine flache Erscheinung hat er nicht von Geburt an. Der Plattfisch legt sich erst im Laufe seines Lebens auf die Seite, woraufhin sein unteres Auge nach oben wandert. Wie viele andere Speisefische ist auch er aufgrund der Überfischung der Meere vom Aussterben bedroht.

Nix mit Nixen

Unglaublich, wie schnell 7 Stunden vorbei gehen können! Ich hätte gerne noch länger im Acrylglastunnel gesessen und am Hafenbecken gestanden, aber auch für den Souvenirshop wollte ich mir Zeit nehmen. Immerhin ließ der Anblick der anfangs erwähnten Polyresin-Nixe im Foyer mich hoffen, dass es dort noch weitere Figuren von Debby Kasparis "Sirens of the Sea Collection" geben könnte. Hier wartete jedoch eine bittere Enttäuschung auf mich. Trotz der Sonderaustellung waren im Shop keine Meerjungfrauenartikel erhältlich. Keine bis auf eine Serie pinker Merchandisingprodukte, die exklusiv für SEA LIFE entworfen wurde. Auch wenn das nicht unbedingt meine Farbe war, nahm ich mir eine Tasse mit dazugehöriger Stoffpuppe mit. Es ging das Gerücht um, dass das blonde Fischschwanzpüppchen ein auslaufendes Angebot wäre, welches auch nur noch in Königswinter erhältlich sei.
 

Fazit

Wer sich vom "Königreich der Meerjungfrau" Erkenntnisse oder die Aufarbeitung von Legenden über Meerjungfrauen versprach, wurde von der Sonderausstellung enttäuscht. Wer sich jedoch grundsätzlich für den Zauber der Unterwasserwelt begeistern konnte und Interesse an dem mitbrachte, was es neben Meerjungfrauen sonst noch im Wasser gibt, erhielt durch SEA LIFE optisch liebevoll präsentierte Informationen und Eindrücke. - Für alle Freunde der Fische, die jetzt Lust auf Meer bekommen haben, gibt es hier eine Liste aller SEA LIFE Center weltweit. Die Aquarien haben jeweils andere, besondere Attraktion zu bieten und jährlich wechselnde Sonderausstellungen. Jedem Besucher sei wärmstens empfohlen, die dafür ausgebildeten Besucherbetreuer anzusprechen und sich die Eigenarten der ausgestellten Tiere erklären zu lassen. Auf diese Weise habe ich viele interessante Details erfahren, die weder den Hinweistafeln, noch Wikipedia zu entnehmen gewesen wären.

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