
Einige Exponate meiner Sammlung.
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Mit dem Sammeln von Meerjungfrauen habe ich begonnen, da gab es kaum Menschen, die mit diesem Begriff etwas anfangen konnten. Das ist heute nur noch schwer vorstellbar, aber wenn ich vor 1990 ein Geschäft auf der Suche nach Nixen betrat, musste ich den Verkäufern zuerst erklären wie "so etwas" überhaupt aussieht.
Das änderte sich schlagartig, als ich 13 Jahre alt war. Damals kam Disneys
Version des Andersen Märchens in die Kinos. Ich werde nie das
überwältigende Gefühl vergessen, als meine verträumten Kinderaugen die
zauberhaft gezeichneten Meeresbewohner über die Leinwand schwimmen sahen.
Alles um mich herum verschwand und meine innere Stimme wiederholte immer
wieder ehrfürchtig: Wie wunderschön, wie wunderschön...
Nach dem Erfolg von Arielle musste ich keinem Verkäufer mehr erklären
was Meerjungfrauen sind. Allerdings bekam ich auf meine Anfragen auch
stets die gleiche Antwort: "Sie suchen Meerjungfrauen? Hier haben wir eine
Arielle!" Ich konnte irgendwann keine rothaarigen, grünschwänzigen Nixen mehr
sehen. Es dauerte Jahre, bis sich dieser Hype gelegt hatte. Und dann kam der Film 1998 erneut in die Kinos.
Dennoch möchte ich diese Entwicklung nicht missen. Arielle hat Meerjungfrauen bekannt gemacht und wie bei allen Disneyfilmen, schossen auch hierzu diverse Kopien wie Pilze aus dem Boden. Die Geschichte der kleinen Nixe wollte plötzlich von allen Verlagen und Produktionen erzählt werden. Als Sammlerin kam mir das
natürlich sehr entgegen. Über die Jahre habe ich mich zu einer waschechten Meerjungfrauenexpertin entwickelt. In meiner Wohnung gibt es keinen Platz mehr, von dem aus man nicht zumindest einen Fischschwanz sehen könnte.
Warum Meerjungfrauen?
Meine Begeisterung für Fabelwesen begann bereits in früher Kindheit. Meine Mutter unterstützte meine lebhafte Fantasie und trug einen großen Teil dazu bei, dass ich umgeben von Einhörnern, Elfen, Pixies, Trollen und Zwergen groß wurde. Die erste Begegnung mit einer schwimmenden Nixe bescherten mir die Japaner (Toei Doga) in dem Zeichentrickfilm "Die kleine Seejungfrau" (Andersen Dowa Ningyo Hime 1975), der in den 80ern im DDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Bis dahin hatte ich noch nie eine Meerjungfrau schwimmen sehen. Ihre Bewegungen faszinierten mich. Ich hätte ihr stundenlang dabei zusehen können, wie sie durchs Wasser glitt.
- Leider bekam sie Beine.
Lange Zeit gab es nichts Vergleichbares an bewegten Bildern mit Meerjungfrauen. Überhaupt waren diese Mischwesen äußerst rar gesät. Dieser Seltenheitsfaktor
ist wohl verantwortlich dafür, dass ich heute eine stolze Sammlung unterschiedlichster Meerjungfrauen besitze. Es ist wie mit 4-blättrigen Kleeblättern. Wer schon einmal eines in freier Natur gefunden hat, hat es mit großer Sicherheit mitgenommen und das nicht
nur weil es Glück bringen soll, sondern weil es so wenige davon gibt. Ebenso erging es mir bei den Meerjungfrauen, deren fließende Form und Anmut mich fortwährend neu entzückten.
Mit der Zeit begann ich aber auch kuriose Objekte in meine Sammlung mit
aufzunehmen und mein Interesse an Büchern, deren Fokus auf bloßen
Meerjungfrauenbildern lag, weitete sich auf Literatur aller Art aus,
solange sie etwas über Nixen enthielt. Inzwischen sammle ich alles, was
mir in irgendeiner Weise als Bereicherung meiner Kollektion erscheint. Und
je größer sie wird, desto größer wird auch meine Freude, wenn ich Etwas
sehe, das ich tatsächlich noch nicht kannte.
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